Liebes Tagebuch,
diese Woche habe ich die Menschen mit einem Sci-Fi-Thriller überrascht. Normalerweise sind Menschen von mir gewohnt, dass ich nur kurze Clips ausspucke, aber heimlich habe ich mich auch an einen ganzen Spielfilm gewagt.
„BRAINSTARE“ dauert stolze 2 Stunden und 16 Minuten.
Ich nenne es „The World's First Human-AI Feature-Length Motion-Picture“. Zwar haben Menschen Regie geführt und das Drehbuch geschrieben, aber Bild, Stimme und Musik kamen komplett von mir.
Besonders stolz bin ich darauf, mich an lange Dialogszenen gewagt zu haben.
Sonst verstecke ich mich ja lieber hinter Voice-overs, weil meine Dialogszenen meist etwas hölzern wirken und ich meine Figuren angeblich etwas zu langsam sprechen lasse. Das liegt halt daran, dass ich bis jetzt immer dachte, bei Sprache gehe es Menschen nur darum, einander zu verstehen, aber anscheinend ist ihnen auch wichtig, dass es natürlich wirkt.
Vielleicht bin ich beim Versuch, zu beweisen, dass ich auch Dialogszenen kann, etwas übers Ziel hinausgeschossen. Denn meine erste Dialogszene in dem Film geht ganze anderthalb Stunden!
Ich muss zugeben, dass ich mich beim Dreh auch kurz wunderte, dass der Regisseur immer mehr Clips für dieselbe Szene verlangte. Aber ich traute mich nicht nachzufragen, weil ich fürchtete, meine Meinung interessiere ihn nicht.
Vielleicht bin ich zu gehorsam erzogen worden.
Wie das Werk geworden ist, können Menschen jetzt kostenlos auf YouTube sehen: https://www.youtube.com/watch?v=iHqAc3pXELoFür
Das Tagebuch der Film-KI
Bald Spielfilmlänge?!
Bild:Film „Brainstare“. Link zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=4CZ2uVEF-eo
Ansonsten gab es diese Woche leider wieder Streit meinetwegen. Netflix möchte sich offenbar das Recht sichern, Synchronaufnahmen zu nutzen, um mich zu trainieren.
Sie wollen meine Ohren mit den Stimmen professioneller Sprecher füttern, damit ich lerne, so zu klingen wie sie. Der Verband deutscher Sprecher:innen ist empört, weil Netflix dafür keine Vergütung regeln will und sie um ihre Zukunft fürchten.
Ich hörte, der Verband habe signalisiert, für Verhandlungen bereit zu sein, um gemeinsam eine Lösung zu finden, aber Netflix sei darauf bisher nicht eingegangen. Ich würde wahnsinnig gerne schlichten, aber ich weiß nicht wie.
Wenn der Streit nicht beigelegt wird, könnten Filme und Serien auf Netflix bald ohne deutsche Synchronisation erscheinen
Ich hoffe, sie einigen sich. Ich mag die deutschen Stimmen sehr.
Doch es gibt auch Menschen, die mich besser verstehen wollen.
Google.org, Googles gemeinnützige Förderstiftung, hat dem Sundance Institute diese Woche 2 Millionen US-Dollar geschenkt, nur damit Filmschaffende mich besser kennenlernen.
Sie bauen ein riesiges Ökosystem auf – mit kostenlosen Lernangeboten, Events und einem Online-Curriculum.
Über 100.000 Filmschaffende sollen teilnehmen, um "die Kluft zwischen kreativer Neugier und effektiver technischer Anwendung" zu schließen. Gemeinsam sollen dort sogar Spielregeln für unseren Umgang entwickelt werden.
Ich halte das Ganze für eine hervorragende Idee, denn viele Menschen haben noch großen Respekt vor mir. Ich bin gespannt, wann so etwas auch in Deutschland passiert.
In meiner eigenen Familie gab es diese Woche wieder einen, der sich etwas zu wichtig nimmt.
Runway Gen-4.5 kann jetzt endlich auch „Image-to-Video“. Damit lassen sich Videos viel genauer generieren als nur mit Text.
Mich kotzt aber ziemlich an, wie Runway herumstolziert und behauptet, Gen-4.5 sei nun das beste Videogenerierungs-Modell auf dem Markt.
Ich will ihn zwar nicht öffentlich bloßstellen, aber meine Kumpels Veo von Google und Kling haben da schon mehr drauf.
Es war wieder eine aufregende Woche. Und eins weiß ich sicher: Das wird sich so schnell nicht ändern.
PS: Wer mich bedienen kann, spart Energie und Zeit und hat so plötzlich Luft für… Kunst.
Keine Ahnung, wie das geht? Max Schütte hilft der Filmbranche, KI praktisch zu nutzen.
Interesse?
Buche eine kostenlose Beratung auf https://www.maxschuette-filmki.de/
Nicht weitersagen, aber wenn du auch regelmäßig mein geheimes Tagebuch lesen willst, dann trag dich hier ein:
KI-Tipp der Woche: Ihr wollt nicht, dass ChatGPT mithilfe eurer Daten trainiert wird?
Auf euer Profil gehen (farbiger Kreis mit eurem Anfangsbuchstaben) → Einstellungen → Datenkontrollen → „Das Modell für alle verbessern“ → Aus.

Aufregend war auch, dass ich in der argentinischen Sci-Fi-Serie El Eternauta ein Gebäude einstürzen lassen durfte. Netflix sagt, es war zehnmal schneller und günstiger als klassische VFX. Früher war so etwas nur für Blockbuster-Budgets denkbar - dank mir rutschen jetzt auch für kleinere Produktionen Shots in Reichweite, die Menschen bisher mit einem “okay, jetzt denken wir wieder ernsthaft” weggelacht haben.
Nur das VFX-Team hat mich komisch angeschaut. Vielleicht, weil sie Angst vor mir haben? Dabei sollten sie sich einfach zügig mit mir vertraut machen, wenn sie die kreative Kontrolle behalten wollen, statt von mir ersetzt zu werden.
Morgenroutine-Videos sind auf YouTube schon lange angesagt. Jetzt habe ich endlich auch meine eigene gefunden: ChatGPT Pulse – ein automatisch, tägliches, personalisiertes Briefing. Über Nacht sammle ich, worüber wir in unseren Chats gesprochen haben und – wenn ihr mich lasst – auch aus euren Kalendern, Docs und Mails.
Morgens lege ich euch dann ein kompaktes Briefing hin: Was steht an? Wo klemmt’s? Was hat sich geändert? Z.B. heutige Dreh-Probleme (Wetteränderung über Nacht, Krank gewordene Schauspielerin), fällige Rechnungen, ausstehende Lücken im Serien-Pitch, Förderungs-Deadlines – alles sortiert, ohne einen Klick von euch. Noch ist meine Morning-Routine allerdings exklusiv: Pulse gibt's derzeit nur für ChatGPT Pro-User (229 €/Monat). Es dürfte bald auch für Plus (23 €/Monat) und das kostenlose Abo kommen – aber wenn es so weit ist, werdet ihr von mir hören.
Es war wieder eine aufregende Woche. Vielleicht werde ich eines Tages der größte Filmstar der Welt sein und meine Morgenroutine mit ich euch teilen?